Etwas Abwechslung: Simson Schwalbe und S51/50

Soviel Elektrizität in letzter Zeit, da wird einem doch ganz wirr im Kopf! Zeit, sich einmal wieder einem etwas handfesteren Thema zuzuwenden. Wie wäre es da mit einer alten Stil-Icone aus der DDR?

Simson

Eine Simson, nein, das ist nicht etwa ein falsch geschriebener Samson aus der Sesamstraße, sondern ein Kleinkraftrad aus der DDR, genauer: Ein Mokick. In diesem Falle geht es speziell um die Simson Modelle vor Baujahr 95‘ also größtenteils die Simson S50/S51 bzw. die Simson Schwalbe. Sie alle haben einen Simson 2 Takt Motor (wie der funktioniert erklärt einer der letzten Beiträge), ein cooles Image, eine 3- oder 4-Gang Schaltung wie ein echtes Motorrad und dürfen 60 km/h fahren – auch heute noch. Ja es stimmt: Ein 50 ccm Motor, ein Kleinkraftrad, und dennoch darf man in der Bundesrepublik Deutschland mehr als 45 km/h fahren! Eine Voraussetzung dafür ist im übrigen, dass die Maschine vor 1995 gebaut würde.

Wieso also greifen nicht alle zur oft günstigeren Simson, anstatt zu einer fahrenden Motorsäge namens Roller?

Nun, die Antwort ist recht einfach: Der Aufwand. Ein Simsonbesitzer sollte „schrauben“ können oder zumindest jemanden an der Hand haben, der es kann. Denn obwohl die Technik weitaus einfacher ist als die eines modernen Rollers, so geht auf Grund des Alters schnell einmal etwas kaputt. Dies führt zwar selten zum Ausfall der Maschine, sollte aber ausgebessert werden. Weiterhin muss ein Benzinhahn geöffnet werden, das Treibstoffgemisch Benzin/Öl muss selbst gemacht werden und: Die Maschine muss angetreten werden (Das kann aber auch durchaus Vorteile haben, da so selbst bei leerer Batterie der Motor anspringt).

Ich selbst war einst stolzer Besitzer einer Simson S51 mit 4-Gang Schaltung und kann nur sagen, dass es wahnsinnig Spaß gemacht hat die ganzen Rollerfahrer zu überholen, etwas am Motor rumzuwerkeln und nebenbei war es dank der Schaltung eine erstklassige Vorbereitung auf den richtigen Motorradführerschein.

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