Peugeot 306 – Vorsicht vor älteren Baujahren

Peugeot 306 Schrägheck1993 löste der Peugeot 306 seinen Vorgänger Peugeot 309 und sollte seinem schärfsten Rivalen, dem VW Golf, die Kunden weglocken. Zu dem anfänglich erhältlichen Schrägheck mit 3 oder 5 Türen gesellte sich bereits im Folgejahr ein zweitüriges 306 Cabriolet, 1995 gab es eine hierzulande eher unbeliebte viertürige Stufenheckvariante und ab 1997 zeitgleich mit einem Facelift der bisherigen Karosserievarianten einen Break genannten Kombi. 2001 wurde der 306 dann vom 307 abgelöst.

Die Motoren sind das böse Kapitel des Peugeot 306, so richtig Freude aufkommen will mit keinem der zur Auswahl stehenden Aggregate. Der kleine 60 PS-Motor ist – ähnlich wie sein Pendant beim deutschen Klassenprimus – heillos überfordert mit einem Fahrzeug dieser Klasse, entsprechend gefordert und daher leider auch früh am Ende: die Zylinderkopfdichtung macht die Fahrten unter Volllast nicht lange mit. Das gilt auch für weitere Anbauteile wie Lichtmaschinen und Anlasser. Der 75 PS ist zwar auf dem Papier etwas besser aufgestellt, hat aber ähnlich gelagerte Probleme. Natürlich gab es Alternativen, die Palette der Benzinmotoren reichte über eine 89-PS-Version bis hinauf zur Topmotorisierung des S16 genannten 306, der dem 2-Liter-16V in seiner letzten Ausbaustufe 163 PS entlockte.

Peugeot 306 StufenheckWer es sparsamer mochte, wählte einen der Selbstzünder. Hier empfahl sich vor allen Dingen der 2,0-Liter-HDI-Diesel mit 90 PS, der bei ordentlichen Fahrleistungen einen geringen Verbrauch aufwies. Es gibt allerdings auch hier Einschränkungen, die beim Gebrauchtwagenkauf beachtet werden sollten. Zum Einen braucht die Heizung recht lange Fahrstrecken, um den Innenraum auf brauchbare Temperaturen zu bringen, zum Anderen haben die Motoren vor dem Baujahr 2000 nur eine Euro2-Einstufung, erst ab 2000 erfolgte eine Umschlüsselung auf die steuerlich günstigere Euro3-Norm.

Das Hauptproblem ist, dass mit dem Alter auch häufig Mängel auftreten, von denen ein Teil nur optischer Natur ist, wie zum Beispiel die sich lösenden Seitenleisten, aber auch TÜV- und somit meist Sicherheitsrelevante Mängel, die den kleinen Franzosen auch in der Pannenstatistik nach oben schnellen lässt. Außerdem gibt es Wasser in Nebelleuchten sowie landestypisch weiches Gestühl, das schnell durchgesessen ist.

Aber es ist nicht alles schlecht. Den auch typisch für französische Autos ist, dass sie meist besser ausgestattet sind als ihre deutschen Mitbewerber. Und so ist auch beim Peugeot 306 die Serienausstattung je nach Ausstattungsvariante (XN, XS, XR, XT, XSi und S16) entsprechend reichhaltig. Zusätzlich gab es dann noch Sondermodelle wie den Roland Garros.

Der Einstieg ist aufgrund der günstigen Gebrauchtwagenpreise recht einfach, allerdings sollte man gerade bei frühen Baujahren nicht allzu viel erwarten und hohe Reparaturkosten mit einplanen, denn die Ersatzteilpreise sind hoch. Die Cabrios sind, obwohl sie im Alter auch schon recht mürbe sind, verhältnismäßig teuer, bieten aber je nach Pflegezustand und Ausstattung zumindest an schönen Sommertagen entsprechendes Fahrvergnügen.

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