Jetzt wird nicht mehr lange gefackelt

Oftmals wird das bei der Erdölförderung anfallende Erdgas als Abfall verbrannt, ohne weiter verwertet zu werden. Das ist ein großes Umweltproblem. Einige Lösungsmöglichkeiten gibt es dafür aber bereits: Die Firma Bayer entwickelte ein neuartiges Verfahren namens “CompactGTL” bzw. “Gas to Liquids”, welches verstärkt Anwendung findet. Die TU Freiberg (Technische Universität Freiberg) entwickelte kürzlich ein noch besseres Verfahren, welches aus dem Gas letztendlich Benzin macht. Würde das Verfahren auf das weltweit ungenutzte Gas angewandt werden, so würde man mehr Benzin produzieren, als in Deutschland je verbraucht wird.

Eines der größten Umweltverschmutzungsfaktoren bei der Erdölförderung ist das ausströmende Gas, welches einfach verbrannt wird. Die Menge dessen hängt dabei sehr von der Quelle ab – je nach dem kommen so pro Tonne Erdöl zwischen 25 bis 800 Kubikmeter Gas. Die Verbrennung dieses Gases lässt nicht nur Wasser und Kohlenstoffdioxid entstehen, sondern auch Schwefelwasserstoffe und Stickoxide sowie Ruß. Gerade die letzten Produkte dieser Reaktion sind extrem umweltschädlich und gesundheitsgefährlich. Schwermetalle sind ebenfalls in dem Gas enthalten. Die Aufbereitung des Gases ist auf Grund der vielen Edukte so sehr kompliziert und rechnete sich lange nicht.

Um konkrete Zahlen zu nennen: Die Gasmenge, die weltweit ungenutzt verbrannt wird, beträgt etwa 30 Prozent der europäischen Gasnachfrage, 25 Prozent des Gasverbrauches der USA oder 75 Prozent der russischen Gasexporte – das sind sehr interessante Zahlen. In Norwegen wurde die Verbrennung von Restgas bei der Erdölförderung bereits zur Gänze abgeschafft, in Russland bereits zu 95 Prozent. In Nigeria hingegen bestehen zwar Verbote, allerdings kann der Staat sie nicht durchsetzen – da Nigeria der größte Erdölproduzent ist, sind die Auswirkungen hier verheerend.

Das neue Verfahren Syngas to Fuel ist im Gegensatz zu den bisherigen um ein Drittel billiger und macht die Nutzung des Abfallgases somit wirtschaftlich. Der Partner der Uni CAC (Chemieanlagenbau Chemnitz) plant schon eine erste kommerzielle Anlage in Kasachstan, um Erfahrungen zu gewinnen.

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