Sandstürme in Deutschland

Kein Witz – ein Sandsturm ist nicht nur ein Problem der Wüstenstaaten oder der USA, nein, auch in Deutschland kann eine derartiges Naturschauspiel verheerende Schäden verursachen. Bereits vor ein paar Jahren geschah es auf der A19, ein Sandsturm führte zu der größten deutschen Massenkarambolage seit etwa 20 Jahren.

Ausgerechnet an diesem einen Tag kamen alle dafür nötigen Kriterien zusammen: Die frisch abgeernteten Felder liegen in einer kleinen Senke, durch diese führt die Autobahn. Extreme Trockenheit führte dazu, dass der Staub leicht aufgewirbelt werden konnte, die Winde konzentrierten sich auf die Senke, der vor und hinter diesem Autobahnabschnitt liegt auch noch ein Waldstück, was zu einer Windkanalisierung beiträgt. Das geht sogar soweit, als dass die Wolke mehrere hundert Meter lang ist und prinzipiell keinen Blick mehr hindurch dringen lässt. Hat ein Autofahrer hier noch eine Chance zu bremsen? Wenn ja, bei welcher Geschwindigkeit? Oder wie soll man sich denn generell in so einer Situation verhalten?

 

Nun, die Gefahr dieser Staubwolke wird einem wohl erst dann bewusst, wenn es bereits zu spät ist. Man unterschätzt die Gefahr auf der Autobahn eigentlich generell, der Geschwindigkeitsrausch trägt dazu bei, dieser ist bei jedem unumgänglich, sobald man längere Zeit mit hohem Tempo fährt.

Tests haben gezeigt, dass selbst bei 25 km/h die Reaktionszeit größer als die Zeit bis zum Aufprall auf ein stehendes Hindernis ist – in der Staubwolke wohlgemerkt. Rein theoretisch würde selbst eine Geschwindigkeit von 5 km/h nicht garantiert ausreichen, um einen Unfall zu verhindern, denn der Bremsweg inklusive Reaktionszeit würde etwa 1,5 Meter betragen – die Sichtweite in einer Staubwolke kann mit Glück gerade so groß sein.

Wie hätte man in einer solchen Situation denn reagieren sollen? Die Antwort ist denkbar einfach: Anhalten. Einfach rechts oder links ranfahren und anhalten. Dass das etwas Überwindung kostet ist verständlich, ist die Gefahr doch nicht offensichtlich. Dennoch hätte das vielleicht die 8 Menschen gerettet, die bei diesem Unfall ums Leben gekommen sind. Ein Kreuz hängt heute an dieser Stelle, um eine vergleichbare Situation in Zukunft zu verhindern hat man folgendes unternommen: Nichts.

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