Spritsparen heißt Geldsparen – aber wie?

Wie lassen sich Spritkosten sparen? Nun, da gibt es viele Wege. Ich gehe das Problem mal grundlegend an: Wenn es sich um eine Neuanschaffung handelt, so kann man überlegen, welche Antriebsarten den besten Kostenvorteil bringen – Elektro, Benziner, Hybrid oder ähnliches. Was davon günstiger ist, richtet sich in erster Linie nach dem Anschaffungspreis und den abzusehenden Spritkosten. So ist ein Benziner dann am günstigsten, wenn er relativ wenig gefahren wird. Für Vielfahrer kämen dann schon Elektro oder Hybridautomobile in Frage, da sich der höhere Anschaffungspreis amortisieren würde. Was aber, wenn man schon ein Auto hat?

 

Andere Fahrweise und technische Veränderungen

Einmal davon ausgehend, das eigene Auto existiert bereits: Nun, auch dann lässt sich viel Geld sparen. Zum Einen natürlich durch Veränderungen in der Fahrzeugführung – sprich, der Fahrer muss eben spritsparender fahren, der Motor sollte also nicht zu hoch gedreht werden, kein Vollgas, möglichst wenig bremsen und dabei nicht zu schnell fahren. Das erfordert eine vorausschauende Fahrweise. Zum Anderen können technische Veränderungen die laufenden Kosten des Fahrzeugs verringern: Da wäre zum Beispiel der Reifenluftdruck, der immer richtig eingestellt sein sollte. Genügend Motoröl sollte auch vorhanden sein und etwaige unnötige Anbauten wie Fahnen oder leere Dachgepäckträger verbrauchen neben der Klimaanlage ebenfalls ungeahnt viel Sprit und sollten entfernt werden.

 

Umrüstung

Wer etwas Investitionsfreude zeigt, kann aber noch mehr sparen: Eine befreundete Familie von mir  besitzt einen Audi A6 Quattro aus den 90er Jahren. Der wiegt knapp 2 Tonnen und verbraucht etwa 13 bis 14 Liter Benzin (6 Zylinder; 2,8 ccm) oder etwa 16 Liter Gas. Moment mal – Gas?

Ganz genau. LPG um genau zu sein. Eine weitere Möglichkeit, massiv die Verbrauchskosten zu drücken, ist die Umrüstung auf eine Gasanlage. Das funktioniert bei jedem Motor etwas anders, bei manchen auch gar nicht und sollte deshalb mit der Fachwerkstatt abgeklärt werden. Je nach dem belaufen sich die Kosten dann auf etwa 2000 bis 2500 Euro. Es gibt dabei 2 unterschiedliche Gastypen: LPG (Autogas) und CNG (Erdgas). Bei CNG gibt es jedoch eigentlich nur Nachteile: Man braucht einen größeren Tank, da das Gas gasförmig getankt wird. Weiterhin ist die Verbreitung von Erdgas ungleich geringer als die von LPG, zudem ist CNG auch noch teurer. Aus Erfahrungsberichten von Bekannten kann ich auch sagen, dass es mit CNG-Anlagen öfter Probleme gibt als mit LPG-Anlagen , die örtliche Fahrschule hatte ihr CNG-Fahrzeug deshalb sogar wieder abgerüstet und fährt wieder ausschließlich Benzin. Deshalb wird der Schwerpunkt dieses Textes auch auf LPG liegen.

 

LPG

LPG, oder auch Autogas, ist in Deutschland an fast jeder Tankstelle für momentan etwa 70 bis 80 Cent pro Liter zu erhalten. Auch in Frankreich oder anderen EU-Ländern ist die Verbreitung recht hoch. Die Familie meines Freundes entschied sich nicht zuletzt deshalb auch für LPG, weil sie sehr viel fährt – europaweit. Der Flüssiggastank kann wahlweise im Ersatzradkasten, im Kofferraum oder an anderen Stellen montiert werden, beispielsweise auf der Laderampe eines Pick-ups. Von der Größe und dem Verbrauch des Fahrzeugs hängt die Reichweite ab, wobei bedacht werden sollte, dass immer ein paar Liter im Tank verbleiben, da zum Tanken und Fahren ein gewisser Tankdruck erforderlich ist. Weiterhin ist die Anschlussart etwas unterschiedlich und es gibt deshalb zwei Adapter für das Tanken, welches übrigens etwas länger dauert und anders abläuft als das Tanken von Benzin: So muss der Adapter auf den Einfüllstutzen am Auto geschraubt werden. Dann wird die Zapfsäule angeklemmt. Zum Tanken muss nun ein Knopf gedrückt gehalten werden.

Zu den Gaskosten kommen die Gasfilterwechselkosten: Dieser muss ab und an gewechselt werden. Dabei wird auch ein Dichtheitstest gemacht, den auch der TÜV benötigt. Deshalb sollte man schauen, dass der Gasfilter vor dem TÜV-Termin gewechselt wird, denn der Test ist nur ein Jahr gültig, kostet Geld und müsste vom TÜV sonst extra gemacht werden. Der Wechsel mit allem Drum und Dran kostet noch einmal etwa 150 Euro. Wann ein neuer Gasfilter gebraucht wird, merkt man meist selbst: Wenn die Gasanlage bei Vollgas auf Benzineinspritzung umschaltet, hat dies meist einen verstopften Filter als Ursache, der Gasfluss ist also gehindert. Die Zusetzung des Gasfilters hängt zum einen natürlich von der Art des Filters, aber vor allem von der Qualität des Autogases ab. In Russland sollte beispielsweise öfter mit einem Gasfilterwechsel gerechnet werden, da der Filter hier schneller verschwefelt als beispielsweise in Deutschland oder Frankreich.

 

Ein Exempel

Am Ende habe ich noch in schönes Beispiel: Eine Fahrt von Karlsruhe (BW) nach Südfrankreich an der spanischen Grenze in besagtem Audi kostete etwa 200 Euro (Hin und zurück). Wären wir mit Sprit gefahren, hätten wir ungefähr 400 Euro gebraucht. Hier haben wir auch gemerkt, was die Fahrweise für einen Einfluss auf die Reichweite bzw. die Verbrauchskosten hat: So hat eine Gastankfüllung bei konstanten 130 km/h auf der französischen Autobahn für über 400 Kilometer gereicht – unser bisher ungeschlagener Rekord. In Deutschland reicht eine Füllung für etwas über 300 Kilometer. Übrigens benötigt man zum fahren mit LPG anfangs immer normalen Sprit, weil der Motor erst eine bestimmte Betriebstemperatur haben muss, um das Gas verbrennen zu können. Wer eine Gasanlage hat und sich wundert, dass er im Winter länger mit einer Füllung fahren kann als im Sommer, der sollte dieses Abstraktum nun ergründen können: Im Winter braucht der Motor länger, um die Betriebstemperatur zu erreichen und fährt deshalb die ersten Kilometer auf Benzin.

 

Letztendlich muss auch hier ausgerechnet werden, ob sich eine Investition in eine LPG-Anlage lohnt. Bei Vielfahrern und großen Motoren sollte dies allerdings schnell der Fall sein: So hat sich die Anlage des Audis bereits nach 2 Jahren gerechnet und bisher mehrere Tausend Euro eingespart.

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