Wasserstoffnetz für Brennstoffzellenautos

Das Tankstellennetz ist in Deutschland bereits ziemlich gut ausgebaut – aber stopp, da gibt es ein paar Feinheiten zu beachten: Die Versorgung mit Super E5 und Super E10 ist ebenso gut gewährleistet wie die mit Diesel oder auch SuperPlus. Dann folgt Autogas (LPG), weit dahinter Erdgas (CNG). Und gaaaanz hinten steht die Versorgung mit H2 (Wasserstoff). Der wird nämlich nur bei 15 Tankstellen in Deutschland verkauft.

Das ist mit ein Grund, warum sich viele von der Idee der Anschaffung eines Elektroautos mit einer Brennstoffzelle wieder abwenden – weil das Tanken schlichtweg nicht möglich ist. In Großstädten wie Berlin gibt es zwar Wasserstoff, allerdings nicht im ländlichen Raum, womit der Fahrer eines Brennstoffzellenautos in seiner Reichweite ungefähr so eingeschränkt ist wie mit einem Akku-Flitzer – mal abgesehen von der Ladezeit.

Das Problem, dass die Tankstellen ohne die Nachfrage auch kein Angebot zu liefern bereit sind, und dass die Kunden kein Brennstoffzellenauto kaufen wenn es keine Tankstellen gibt, muss aus der Welt geschafft werden; die Initiative “H2 Mobility” nimmt sich dem Problem daher an. Sie besteht aus dem Vorhaben, innerhalb der kommenden 10 Jahre etwa 400 H2-Versorgungsstationen zu errichten. Die Initiative wird aus sechs Mitgliedern gebildet, die da wären Air Liquide, Linde, OMV, Shell und Total sowie der Autobauer Daimler, der jetzt inzwischen serienmäßig Brennstoffzellenautos anbieten könnte.

Letztendlich sollen später alle 90 Kilometer der deutschen Autobahn Wasserstoffversorgungsstationen stehen, die Initiative rechnet dabei mit einem Investitionsbedarf von 350 Millionen Euro. Weiterhin hofft man auf Unterstützung des NIP (Nationales Innovationsprogramm Wasserstoff und Brennstoffzellentechnologie), mit dem man Deutschland zu einem Vorreiter in Sachen Ökonomie und Ökologie machen will. Der technologische Fortschritt wird somit immer bedeutsamer, auch hinsichtlich der Automobilindustrie. Die Risikogesellschaft “H2 Mobility” wird deshalb auch in Zukunft sehr enge Zusammenarbeit mit der Automobilindustrie leisten, denn gerade die Brennstoffzellenautos wiegeln das Reichweitenproblem der Akku-Autos auf – noch dazu sind sie extrem schnell betankt.

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