Dodge Nitro – wegen Erfolglosigkeit eingestellt

Ich will nicht behaupten, dass ich es geahnt hätte, aber ich konnte bei einer Testfahrt im Jahr 2008 nicht wirklich vorstellen, dass der Dodge Nitro in Deutschland ein Verkaufsschlager sein würde. Dies hatte verschiedene Gründe, doch erst ein paar Fakten vorweg. Während der Nitro in Amerika bereits 2006 angeboten wurde, kam er hier erst rund ein Jahr später 2007 auf den Markt.

Dodge Nitro FrontIm Gegensatz zu den USA, wo der Wagen – typisch amerikanisch – ausschließlich mit Benzinmotoren (Sechszylinder mit 3,7 und 4 Litern Hubraum) war er hier ab 2008 offiziell nur noch mit dem Dieselmotor erhältlich, der aus gerade einmal vier Zylindern stolze 2,8 Liter Hubraum zur Verfügung stellte. Aus diesen schöpfte der SUV mit dem markanten Design 177 PS, die serienmäßig per Sechsgang-Schaltgetriebe oder optional über eine Fünfgang-Automatik an die Antriebsräder übermittelt wurden. 2010 gab es dann noch ein Facelift, bei dem die meisten Chromteile an der Front gegen solche in Wagenfarbe getauscht wurden, aber 2011 war dann Schluss, einen Nachfolger gab es nicht.

Das typisch amerikanische Design mit den wie nachträglich lieblos drangetackerten Verbreiterungen ist nicht jedermanns Sache. Ebenso wie das Interieur, dessen Armaturenträger kaum Tiefe aufweist, eher kurz nach der Frontscheibe steil abfällt. Dies vermittelt in Kombination mit dem reichhaltig verwendeten Kunststoff mit Billiglook nicht wirklich ein Gefühl der Sicherheit. Die Bestuhlung erinnert stark an die ursprünglichen Militär-Jeeps. Das Ganze ist relativ konturlos, was gerade bei der Rücksitzbank extrem negativ auffällt. Die Sitze bieten nur wenig Seitenhalt, was dem recht schaukeligen Fahrverhalten des Dodge Nitro nicht gerade zuträglich ist.

Dodge Nitro HeckDer Dieselmotor ist unheimlich laut. Die Amerikaner scheinen beim Nitro die Dämmung komplett vergessen zu haben. Schlimmer wird das Ganze noch bei folgendem Szenario: beim Befahren der Landstraße möchte man überholen. Demnach befördert man das Gaspedal zügig Richtung Bodenblech. Die veraltete 5-Gang-Automatik denkt kurz nach, entschließt sich einen Gang runter zu schalten. Die Drehzahl schnellt hoch, der Geräuschpegel wird hochfrequenter und suggeriert, dass man nun wahnsinnig beschleunigt. Doch leider macht der Dodge Nitro genau das nicht. Viel Lärm um nichts! Ist der Untergrund dann auch noch feucht, verlieren die Räder schnell die Haftung und in Kehren (Serpentinen) versetzt das Heck dann schon mal ein wenig. Insgesamt wirkt das Fahrverhalten eher unsicher und es mag keinerlei Freude mit dem Fahrzeug aufkommen.

Wer sich dennoch traut, bekommt aktuell bereits ab rund 11.000 Euro einen Dodge Nitro, der neu sicherlich mal über 30.000 Euro gekostet hat. Ersatzteile sollten noch über die selten zu findenden Dodge-Händler zu beziehen sein, ansonsten sind einige Teile ja auch aus dem Mercedes-Regal entnommen und vermutlich auch dort zu bekommen. Im Ernstfall hilft dann immer noch das Internet.

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