Ford Scorpio – wie von einem anderen Stern

Ford Scorpio 95 Stufenheck

Während der Ford Scorpio, der in der oberen Mittelklasse angesiedelt war, in der ersten Generation schon kein Verkaufsschlager war, was diverse Ursachen hatte, verschlimmerte es der so genannte “Scorpio ’95”, der zwischen 1994 und 1998 gebaut wurde, nur noch, was über kurz oder lang zum Ende der Modellreihe führen musste. Einen Nachfolger bot Ford in dieser Klasse dann nicht mehr an, überließ dieses Feld den Mitbewerbern des Konzerns.

Doch was war so schlimm am letzten Scorpio? Da wäre das augenscheinlichste Kriterium als erstes zu nennen: das Design. Zwar war die nicht sonderlich beliebte Schrägheckvariante aus dem Angebot der verfügbaren Karroserieversionen gestrichen worden, doch das reichlich an amerikanische Fahrzeuge angelehnte Aussehen kam bei der europäischen Käuferschicht nicht an. Scheinwerfer wie riesige Glupschaugen, der Kühlergrill, der hierzulande herablassend “Fischmaul genannt wurde, sowie die gewöhnungsbedürftige Heckpartie der Stufenhecklimousine mit dem durchgehenden Leuchtenband und reichlich Chromverzierungen rund herum fanden hier keinen Anklang. Da konnte auch der große Turnier genannte Kombi nichts dran ändern, auch wenn er sich erwartungsgemäß besser verkaufte.

Ford Scorpio 95 Turnier

Auch die Ausstattungsvarianten waren reduziert, es gab den normalen Scorpio und den Scorpio Ghia. Während der Basis-Scorpio schon eine ganz passable Serienausstattung aufwies, legte der Ghia da mit Klimaanlage, Bordcomputer und weiteren Gimmicks noch einen drauf.Leider verschwand auch ein Teil der Motoren und so gab es über die Produktionszeit von 5 Jahren verteilt 7 unterschiedliche Motoren. Bei den Benzinern bot nun der 2-Liter-Motor mit 115 PS den Einstieg, als 16V leistete er sogar 136 PS. Dieser wurde ab 1996 aber vom 2,3 Liter 16-Ventiler abgelöst, der dann 147 PS leistete. Der 2,9 Liter leistete 150 PS, wurde aber wie der Zweiliter 16V ebenfalls 1996 eingestellt. Die Topmotorisierung stellte der 2,9i 24V dar, der 207 PS an die Automatik übergab, die er serienmäßig an Bord hatte. Bei den kleineren Motoren war sie optional erhältlich. Den Freunden des Selbstzünders blieb der 2,5 Liter Turbodiesel, der von 1994 bis 1995 nur 115 PS leistete, danach dann 125 PS.

Heute sind diese damals schon nicht sonderlich beliebten Fahrzeuge zu Schnäppchenpreisen zu erhalten. gerade der Kombi ist ein Raumwunder und bietet reichlich Platz sowie eine reichhaltige Ausstattung fürs Geld. Von den Automatikgetrieben sollte man sich allerdings fernhalten, den hier treten gerne teure Defekte auf, deren Kosten den Kaufpreis garantiert übersteigen.

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