Nissan Micra K11 – der rostige Frauenschwarm

Nissan Micra K11Zwischen 1993 und 2002 war die 2. Generation des Nissan Micra (intern Typ K11 genannt) auf dem deutschen Markt erhältlich. Der Kleinwagen, der aufgrund seines knuffigen Äußeren vor allem die weibliche Kundschaft ansprach, war mit seinen gerade mal 3,72 m Länge wie geschaffen für die Stadt und die dortigen kleinen Parklücken. Als erstes japanisches Fahrzeug erhielt der kleine Micra die Auszeichnung “Auto des Jahres 1993″. In den zehn Jahren seiner Produktionszeit gab es zwei Facelifts. Das Erste 1998, bei dem vor allen Dingen die neue Front mit größeren Scheinwerfern und geändertem Kühlergrill am auffälligsten war, die zweite Modellpflege erfolgte 2001 und war äußerlich am Chromzierrat des Kühlergrills sowie den abgedunkelten Rückleuchten zu erkennen.

Als Basismotorisierung bot Nissan über die gesamte Bauzeit einen Benziner mit 1,0 Litern Hubraum und 54 bzw. 60 PS an. Alternativ dazu gab es zwischen 1995 und 2000 einen 1,3 Liter mit 75 PS, der durch einen 1,4 Liter 82 PS abgelöst und bis zum Ende des Micra K11 angeboten wurde. Sehr selten ist der zwischen 1998 und 2002 erhältlich gewesene Diesel, der aus 1,5 Litern Hubraum 57 PS schöpfte. Mit einem Anteil von nur rund 10 % der am Gebrauchtwagenmarkt erhältlichen Fahrzeuge ebenfalls selten anzutreffen ist das stufenlose Automatikgetriebe  (CVT-Getriebe), in der Regel war ein manuelles Fünfganggetriebe verbaut.

Die gesamte Motorenpalette kommt mit dem nur rund 775 kg leichten Micra gut zurecht, die kleinen Einliter-Motoren sind mit ca. 6,5 Litern pro 100 km entsprechend sparsam im Verbrauch. Die stärker motorisierten Fahrzeuge sind nicht viel schneller, verbrauchen dafür aber rund anderthalb Liter mehr. Der Nachteil der verbrauchsärmeren 1-Liter-Benziner ist die anfällige Zylinderkopfdichtung, die zu den motortechnischen Nissan Micra Schwachstellen gehört. Allgemein gibt es Probleme mit defekten Anlassern, die aber in 2001 geändert wurden.

Das größte Problem des als Drei- und Fünftürer erhältlichen Kleinwagens ist allerdings der Rost. Der nagt unaufhörlich am kleinen Nissan Micra und sorgt beim TÜV unter Umständen für eine Nichterteilung der begehrten Plakette. Des Weiteren bemängeln die Prüfingenieure die labilen Nissan Micra Antriebswellen und die Radlager bereiten ebenfalls Probleme. Die Mängel im Bereich der Beleuchtung fallen ebenso negativ auf, wie die schlechte Wirkung der Fußbremse sowie der einseitig ziehenden Handbremse. Und auch im Bereich der Bremsleitungen leistet der Rost leider ganze Arbeit. Beim Kauf eines vermeintlichen günstigen Nissan Micra sollte man diese Punkte also genau überprüfen, um später nicht mit horrenden Kosten konfrontiert zu werden, die den Wagenwert sicherlich übersteigen.

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