Nissan Terrano I – innen kleiner als man denkt

Sieht man den Terrano der ersten Generation erschlägt einen das Design mit den bullig wirkenden Proportionen förmlich. Ein massiger Geländewagen, der warum auch immer heutzutage in die Fahrzeugklasse der SUV einsortiert wird, steht da vor einem. Halt typisch für einen Offroader, der in den 80er Jahren entstanden ist, als Toyota so etwas wie den 4Runner raus brachte und erfolgreich verkaufte. Leider verfliegt der Gedanke schnell wieder, wenn man einige Dinge im Detail betrachtet.

Nissan Terano ISo ist eine Anhängelast von nur zwei Tonnen bei einem Fahrzeug dieser Größe eher unterdurchschnittlich und auch das Raumangebot war damals, als der Terrano I neu war, eher auf dem Niveau eines Kompaktwagens – das Platzangebot des Kofferraums sogar noch darunter. Immerhin ließ sich die Rücksitzbank geteilt umklappen, was ein Maß an Flexibilität garantierte. Zudem waren die Sitze recht bequem, der Seitenhalt gut. Nicht so gut war die Sicherheitsausstattung, ABS oder gar Airbags suchte man vergebens.

Der seit 1987 gebaute und ab 1988 auch in Deutschland angebotene Nissan Terrano I, der intern Typ WD21 genannt wurde, bot drei unterschiedliche Motoren: einen Vierzylinder Benziner mit 2,4 Litern Hubraum, der 101 oder 125 PS leistete, einen V6 mit 3 Litern und 129 beziehungsweise 148 PS und einen Diesel mit vier Zylinder, 2,7 Litern Hubraum und 99 PS. Während der große Benziner richtig Spaß macht, aber auch eine Menge des flüssigen Goldes verbraucht, sind die beiden anderen Motoren sicher die vernünftigere Wahl.

Beim Diesel sollte man aber aufpassen, da hier die Filter verstopfen können und auch defekte Kraftstoffpumpen, Schaltgetriebe und Keilriemen machen aus dem Selbstzünder schnell ein nutzloses Standmodell. Bei den Benziner sind defekte Zylinderkopfdichtungen als Ursache für den Stillstand bekannt. Unabhängig von der Motorisierung gibt es auch Probleme mit defekten Anlassern und Lichtmaschinen sowie undichten Klimaanlagen. Eine große Schwachstelle ist die Nissan Terrano Kupplung, die gerne schnell verschleißt und mit undichten Kupplungsnehmerzylindern aufwartet.

Auch der TÜV findet diverse Mängel am Allradler. Rost an tragenden Teilen und Ölverlust können die Erteilung der begehrten Plakette vereiteln. Und auch Bremse bekleckert sich nicht gerade mit Ruhm. Der kaputte Auspuff und die Probleme mit der Beleuchtungsanlage runden den negativen Gesamteindruck des bis 1996 angebotenen Nissan Terrano I leider ab. Das spiegeln auch die günstigen Preise auf dem Gebrauchtwagenmarkt wieder.

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