Renault Kangoo – verkorkste Kiste

Renault Kangoo I vorne linksDer Renault Kangoo läutete für viele die neue Ära der Hochdachkombis ein, auch wenn der Konkurrent Citroen Berlingo bereits ein Jahr zuvor auf dem Markt war. Dafür brachte der Kangoo die praktischen Schiebetüren mit, die später in der Klasse zum guten Ton gehörten. Von 1998 bis bis 2008 war der Kangoo als Nachfolger des Renault Rapid erhältlich – ebenso wie dieser in einer Variante als PKW und in einer als Nutzfahrzeug / Kastenwagen mit LKW-Zulassung. Der günstige Einstiegspreis machte ihn so bei Familien, aber auch Gewerbetreibenden gleichermaßen beliebt. Sogar die Post bestellte eine ganze Reihe Renault Kangoo, der auf Basis des Renault Clio entstand.

Renault Kangoo I hinten linksDas Raumangebot zählte zu den üppigsten in der Preisklasse und schraubte den Nutzwert des Kangoo entsprechend hoch. Und das bei gerade mal knapp 4 Metern Länge. Beladen wird der Kangoo seitlich anfänglich durch eine und seit 1999 durch zwei Schiebetüren seitlich und am Heck wahlweise durch eine nach oben öffnende Heckklappe oder eine zweiflügelige Türe. Leider sind die Sitze, typisch französisch, viel zu klein und vor allem zu weich.

Renault Kangoo I  KastenwagenUnter der Haube des Renault Kangoo fand man Benzinmotoren mit einem Hubraum von 1,2 bis 1,6 Litern, die Leistung variierte je nach Bauzeit und Motorversion zwischen 58 und 95 PS. Die Diesel wiesen 1,5 oder 1,9 Liter Hubraum auf und leisteten zwischen 54 und 84 PS. Als Alternative zum normalen Frontantrieb gab es im Renault Kangoo 4×4 auch Allrad, was vor allem im Bereich der Forstwirtschaft gerne genutzt wurde. Am Gebrauchtwagenmarkt machen die Allrad-Kangoos aber gerade einmal rund 5 % aus.

Leider weist der Kangoo im Alter eine Menge Schwachstellen und Mängel auf, die ihn leider trotz all der erwähnten Vorteile nicht zu einem Kauftipp werden lassen. Der Keilriemenspanner der frühen Dieselmotoren ist eine bekannte Schwachstelle und quietscht unentwegt. Gerissene Zahnriemen und durchgebrannte Zylinderkopfdichtungen wegen defekter Wasserpumpen stehen ebenfalls auf der Mängelliste. Platzende Turbolader und fehlerhafte Motorelektronik legen die Dieselmotoren lahm. Des Weiteren gibt es reißende Gaszüge und brechende Halterunen der Servopumpe. Die Renault Kangoo Bremsscheiben verschleißen schnell und werden vom TÜV häufig beanstandet. Ebenso wie die mangelnde Wirkung der Fußbremse.

Außerdem können ausgeschlagene Gelenke an der Vorderachse, ein zu großes Lenkungsspiel und hoher Ölverlust sowie marode Antriebswellen die Erteilung der begehrten Plakette verhindern. Die Beleuchtung vorne wie hinten stellt ebenfalls keinen Glanzpunkt dar. Soll es also ein Renault Kangoo sein, gilt es genau hinzusehen und eventuelle Reparaturkosten sowie Ersatzteilkosten einzuplanen.

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