VW Sharan – der Van für risikofreudige Familien

VW Sharan IDer von 1995 bis 2010 gebaute VW Sharan der 1. Generation entstand in einem Joint-Venture mit Ford und so gab es bis 1996 drei baugleiche Fahrzeuge: den Ford Galaxy, den hier vorgestellten Volkswagen Sharan und dessen Konzernbruder Seat Alhambra. Eine erste Überarbeitung des Sharan erfolgte 2000, eine weitere dann 2004.

Die Großraumlimousine machte ihrem Namen alle Ehre, bot trotz einer parklückenfreundlichen Gesamtlänge von gerade einmal 4,63 m einen riesigen Innenraum, der durch seine bis zu 7 drehbaren Sitze, von denen ein Großteil einfach ausgebaut werden konnte, ein Höchstmaß an Variabilität bot. Ein schöner Nebeneffekt ist der aufgrund der großen Fensterflächen und einer erhöhten Sitzposition vorhandene Überblick. Das Fahrwerk ist dabei mit seiner recht weichen Abstimmung gerade bei ruhigerer Fahrweise sehr komfortabel, zügig über kurvenreiche Landstraßen räubern gehört definitiv nicht zu den Paradedisziplinen des großen VW.

Die Motorenpalette war umfangreich, der über die gesamte Bauzeit erhältliche 2-Liter-Benziner mit 115 PS ist für den normalen Einsatzbereich sicherlich ausreichend und dank seiner Langlebigkeit entsprechend zu empfehlen. Ab 2006 gab es den 2,0 Liter auch mit LPG (Flüssiggas), wahlweise mit 105 oder 115 PS. Weitere Ottomotoren waren der ab 1997 erhältliche 1,8 Liter mit Turbolader, der 150 PS leistete sowie der bekannte Sechszylinder VR6 mit 2,8 Litern Hubraum und 174 PS bzw. 204 PS nach 2000. Für die Vielfahrer gab es auch den 1.9 TDI, der je nach Version aus seinen 1,9 Litern Hubraum zwischen 90 und 150 PS schöpfte, ab 2005 war zudem ein 2.0 TDI mit 140 PS erhältlich.

Leider ist der Familienvan als Gebrauchtwagen stets ein Risiko. Auch wenn die jüngeren Modelle immer besser werden, ist und bleibt der VW Sharan auch ein Mängelriese. Gerade bei Fahrzeugen vor 2000 sollte man schon passionierter Schrauber sein, da hier sämtliche Systeme vom Motor, über die Elektrik bis hin Fahrwerk den Geist aufgeben können. VW Sharan Ersatzteile sind sicherlich leicht zu bekommen, aber hier macht es dann echt die Menge, die entsprechende Folgekosten nach dem Kauf verursacht. Aber auch nach 2000 gibt es typische Schwachstellen wie zum Beispiel defekte Turbolader Lichtmaschinen und durchgebrannte Wischermotoren.

Und auch der TÜV sieht häufig rot, die Mängel scheinen kein Ende zu nehmen: das Lenkungsspiel ist ein häufig notierter Mangel, defekte Antriebswellen gehören ebenso dazu. Im Bereich der Beleuchtung sieht es ebenfalls finster aus, egal ob es Scheinwerfer, Rückleuchten oder die Blinker betrifft. Die Handbremse wird häufig beanstandet, ebenso wie VW Sharan Bremsscheiben, die schnell runter sind. Rostige Bremsleitungen runden das Kapitel Bremse negativ ab. Und auch die gammelnden Auspuffanlagen tragen dazu bei, das die begehrte Plakette verwehrt wird.

Der Volkswagen Sharan sollte daher genau beäugt werden, am beste kauft man ihn mit einer entsprechenden Garantie, die zumindest eine Zeit lang die auftretenden Schäden übernimmt.

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