Lancia Lybra – unbekannter Ausdauersportler

Lancia LybraDie Automarke Lancia ist hierzulande nicht sonderlich weit verbreitet, wird bei vielen Fiat-Händlern nur so nebenher mit angeboten. Dementsprechend unbekannt sind die meisten Modelle wie zum Beispiel auch der Lancia Lybra, der zwischen 1999 und 2005 in der Mittelklasse um die Gunst der Kundschaft kämpfte und sich dabei eher in geringen Stückzahlen verkaufte. Eigentlich zu unrecht, denn man findet im Internet viele Berichte zufriedener Lybra – Fahrer, die von der Qualität ihres Lancia überzeugt sind. Die häufig erwähnten hohen Laufleistungen der Motoren bestätigen dies eindrucksvoll.

Der Lybra basierte auf der Plattform des Fiat Brava / Bravo, teilweise kamen aber eigens für den Lybra gefertigte Teile wie die Hinterachskonstruktion zum Einsatz. Es gab ihn als klassische viertürige Limousine namens Lancia Lybra Berlina und als fünftürigen Kombi mit dem Namen Lancia Lybra SW – letzterer macht übrigens den größeren Anteil am Gebrauchtwagenmarkt aus. Er war typisch Lancia serienmäßig wesentlich besser ausgestattet als seine italienischen Pendants und viele andere Fahrzeuge der Mittelklasse.

Unter der Haube werkelten verschiedene Benzin- und Dieselmotoren. Erwähnenswert ist hier, dass es neben den Standardvierzylindern auch noch Fünfzylinder gab, die als besonders langlebig gelten und für die bereits erwähnten hohen Laufleistung verantwortlich sein sollen. Bei den Ottomotoren reichte das Spektrum in puncto Hubraum und Leistung von 1,6 Litern und 103 PS im Reihenvierzylinder bis zu 2 Litern und 154 PS im Reihenfünfzylinder. Bei den Dieseln reichte es vom Vierender mit 1,9 Litern Hubraum und 105 PS bis zum R5-Motor mit 2,4 Litern und 150 PS.

Als Schwachstellen werden in diversen Foren im Internet Mängel im Bereich der vorderen Lancia Lybra Querlenker und deren Buchsen erwähnt und auch Schwungscheiben sollen sich im ein oder anderen Lybra schon aufgelöst haben. Beim Lybra SW kann es zu kombitypischen Brüchen in den Heckklappenkabelbäumen kommen, die entsprechende Probleme nach sich ziehen. Eine weitere typische Schwachstelle sind wohl die Fensterheber, die nicht auf Langlebigkeit ausgelegt sind. Ansonsten soll es sich aber um ein äußerst zuverlässig Fahrzeug handeln, dass gebraucht aktuell für rund 1.500 Euro zu bekommen ist. Will man geringere Laufleistungen, jüngere Baujahre und langen Rest-TÜV, muss man mindestens das Doppelte ausgeben, bekommt dafür aber einen Wagen mit echtem Seltenheitswert.

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