Volvo 480 – Schwede im Designerdress

Volvo 480Denkt man an Volvo, so hat man meist große Kombis vor Augen, die vor Allem eines sind: eckig. Die klobigen Kisten werden was Stabilität und Haltbarkeit angeht daher auch gerne als “schwedische Panzer” betitelt. Das die Macher bei Volvo auch anders können, zeigten sie bereits in der Vergangenheit, als sie den extravaganten P1800 ES (Schneewittchensarg) schufen.

Als eine Art Nachfolger präsentierte man rund 13 Jahre später, also 1986, den Volvo 480 ES. Es war wieder eines dieser eigenwilligen Kombi-Coupés, auch Shooting Brake genannt, welches in diesem Jahr den Wechsel von Volvo vom Heck- zum Frontantrieb begründete. Angetrieben wurde diese von Bezinmotoren, die eine Gemeinschaftsentwicklung mit Renault und für hohe Laufleistungen gut waren. Einen Diesel gab es nicht.

Der anfänglich erhältliche 1,7-Liter-Vierzylinder leistete je nach verbautem Katalysator 95 PS (geregelter Kat), 106 PS (ungeregelter Kat) oder 109 PS (gar kein Kat, aber nicht in Deutschland erhältlich). Zwei Jahre später gab es den Katalysator-Motor dann auch mit Turbolader, was die Leistung auf 121 PS anhob. Ab 1990 gab es nur noch Kat-Motoren und die Leistung des turbolosen Triebwerks wurde mit 102 PS angegeben. 1993 war das letzte Jahr des Volvo 480 Turbo, denn der 1,7-Liter-Motor wurde durch ein neues Aggregat mit 2 Litern Hubraum und 108 PS ersetzt, der bis zur Einstellung der Produktion des 480 zum Einsatz kam.

Neben den erwähnten Ausführungen 480 ES und 480 Turbo gab es ab 1994 noch ein Sondermodell namens 480 GT, das mit einer reichhaltigen Serienausstattung aufwartete. Dazu gehörte ein ABS mit integrierter Traktionskontrolle, eine Lederausstattung, deren vordere Sitze beheizbar waren, eine Klimaanlage und vieles mehr. Noch voller ging es nur in den auf 480 Stück limitierten Sonderserien “480 Collection” (in England 480 Celebration) zu, in denen fast die gesamte Aufpreispalette zur Serie wurde. Das hatte aber nichts mit Kundenfreundlichkeit zu tun, viel eher wollte man die Regale leer bekommen, denn es war 1995 und somit das letzte Jahr der Produktion.

Der exotisch wirkende Wagen soll als Turbo natürlich am meisten Spaß machen, ist aber auch am anfälligsten. Allgemein lässt sich sagen, dass die im Innenraum verwandten Plastikteile gerne brechen, die Anzeigen ihren Dienst versagen und sich Knöpfe schon mal gerne verabschieden. Bei der Technik ist die hintere Bremsanlage genauer unter die Lupe zu nehmen, Handbremsseile und Bremssättel setzen sich gerne fest. Lichtmaschinen segnen häufig das Zeitliche und alle Druck- und Kühlerschläuche sollten penibel geprüft werden, da Undichtigkeiten oft üble Schäden nach sich ziehen.

Ansonsten ist der kleine Schwede sicherlich mal eine seltene Alternative, deren frühe Baujahre jetzt bereits in den Youngtimerbereich fallen und in wenigen Jahren ein Anrecht auf ein H-Kennzeichen haben.

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