Fiat Stilo – bis auf die Rostvorsorge nicht besser als der Vorgänger

Rot war nicht die vorherrschende Außenfarbe der kleinen Italiener, sondern die Farbe, die man im TÜV-Report zum Fiat Bravo / Brava aus der Zeit von 1995 bis 2001 häufig sah. Der Nachfolger, der in der Kompaktklasse gegen VW Golf und Co. antrat, sollte alles besser machen und bekam sogar einen neuen Namen: Fiat Stilo. Dieser ersetzte seine Vorgänger 2001 als Schrägheck mit drei oder fünf Türen. Es bleib diesmal auch bei einer einzigen Modellbezeichnung für die beiden Karosserievarianten. Und auch der fünftürige Kombi hieß Stilo, genauer gesagt Fiat Stilo Multiwagon. Er ersetzte ab 2003 den bereits 2002 eingestellten Fiat Marea Weekend.

Fiat Stilo Schrägheck Typ 192Und wer hätte es gedacht, es wurde sogar etwas besser: Fiat bekam das Rostproblem – wofür sie ja fast schon berühmt waren – tatsächlich in den Griff und erst die ganz frühen Modelle fangen jetzt ganz langsam an. Ebenfalls besser geworden sind anscheinend die Bremsleitungen und -schläuche, dennoch werden diese noch immer überdurchschnittlich oft bemängelt. Der Rest ist marode wie eh und je. Zu den großen Fiat Stilo Schwachstellen gehören die labilen Vorderachsen, der viel zu hohe Ölverlust und die fehlerhafte Einstellung des Abblendlichtes. Die Wirkung der Fußbremse ist schlecht, die der einseitig ziehenden Handbremse ebenso. Des Weiteren bemängeln die Prüfingenieure die gammeligen Endtöpfe der Auspuffanlagen.

Für die Hauptuntersuchung nicht relevant, aber nicht minder ärgerlich sind die Probleme mit den Motoren, Getrieben und der Elektrik. Es gab bereits Rückrufaktionen für den Fiat Stilo, von denen die eine fehlerhafte Steuergeräte für die Kopfairbags beinhaltete, die andere sich um das viel zu große Lenkungsspiel von Fahrzeugen der Baujahre 2001 bis 2003 kümmerte. In puncto Fiat Stilo Ersatzteile übrigens geradezu ein Desaster ist der Umstand, dass von den unterschiedlichen Karosserievarianten untereinander nichts austauschbar ist. Zwar gleichen sich die Fahrzeuge optisch bis zur B-Säule, aber sämtliche Teile wie Kotflügel, Stoßstangen, Türen und sogar die Windschutzscheiben sind unterschiedlich.

Fiat Stilo Multiwagon Typ 192Der Gebrauchtwagenmarkt bietet eine Fülle an Fahrzeugen von denen die günstigsten schon ab rund 1.500 Euro zu bekommen sind, die JTD genannten Diesel aber naturgemäß meist mit einer höheren Laufleistung als die Benziner. Die Preisspirale endet bei rund 10.000 Euro für die späten Modelle (die Schrägheckversionen wurden 2007 eingestellt, der Kombi noch bis ins Folgejahr 2008 angeboten) mit entsprechend geringer Laufleistung.

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